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Bereich Entwicklungsländerforschung

Die Entwicklungsländerforschung – oder, ohne den Länderbezug – Entwicklungsforschung ist in Forschung und Lehre das zentrale Forschungsfeld des Instituts für Regionalwissenschaft und des Masterstudienganges Regionalwissenschaft/Raumplanung. In einem transdisziplinären und international mit Forschergruppen in den entsprechenden Regionen vernetzten Ansatz werden die speziellen Themen der Unterentwicklung, die vor allem in den Ländern der Tropen und Subtropen von zentraler Bedeutung sind, problembezogen analysiert. Aus der Regionalanalyse werden Konzepte zur Lösung räumlicher Entwicklungsprobleme und Konflikte erarbeitet. Nationalstaaten als Bezugsräume verlieren dabei gegenwärtig an Bedeutung, einerseits wegen der vielfältigen Globalisierungsprozesse, andererseits wegen der zunehmenden Disparitäten innerhalb der Länder, in denen unterentwickelte und hoch entwickelte Regionen auf häufig divergierenden Entwicklungspfaden nebeneinander bestehen.

Regionale Entwicklungspfade sind dabei nur verständlich, wenn man die naturräumlichen Voraussetzungen, die ökonomischen Bedingungen und die gesellschaftlichen Verhältnisse mit in die Analyse und die Erarbeitung von Konzepten einbezieht. Gleichzeitig verlieren allgemeine Theorien an Bedeutung, weil Strukturen und Prozesse in einer zunehmenden Fragmentierung räumlich differenziert erfolgen.

Dem trägt das Forschungskonzept des Instituts für Regionalwissenschaft und des Masterstudienganges Regionalwissenschaft/Raumplanung dadurch Rechnung, dass vor der Erarbeitung von Lösungskonzepten stets eine fundierte regionale Analyse erfolgt, die den Erfordernissen der Problemstellung in Bezug auf Transdisziplinarität und konkretem Regionalbezug entspricht.

Typische Themen der Entwicklungsforschung sind

  • die Analyse regionaler Entwicklungspfade,
  • Raumnutzungskonflikte und Ressourcenkonflikte,
  • Ernährungsunsicherheiten und ihre Ursachen,
  • Folgen von extremen Naturereignissen auf regionale Gesellschaften, in denen katastrophale Wirkungen entstehen,
  • Anfälligkeiten von regionalen Gesellschaften für Katastrophen (Vulnerabilitäten) und diese beeinflussende Faktoren,
  • Folgen des Klimawandels für regionale Systeme.

Ähnliche Probleme wie diejeinigen der Unterentwicklung bestehen in den Räumen der gesellschaftlichen Transformation, vor allem nach dem Übergang von der Zentralverwaltungswirtschaft („Planwirtschaft“) in unterschiedliche marktwirtschaftliche Systeme. Daher besteht in der Analyse dieser Strukturen und Prozesse ein weiterer Schwerpunkt des Masterstudienganges.