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Planungstheorie und internationale Planungssysteme

Planungstheorie und internationale Planungssysteme
Typ: Vorlesung (V)
Lehrstuhl: Fakultät für Bauingenieur-,Geo- und Umweltwissenschaften
Semester: Sommersemester
Zeit:

Dozent:

Prof.Dr. J. Vogt

SWS: 2
ECTS: 2

Ziele und Inhalte

Voraussetzungen für das Modul:
Dieses Modul kann nur nach erfolgreicher Abschlussprüfung für das Modul M1 belegt werden.
Für die LV „Analyse regionaler Strukturen und Prozesse...“ ist deutsche Sprachkompetenz im DSH-2-Niveau erforderlich.

Lern- und Kompetenzentwicklungsziele des Moduls:

Nach erfolgreicher Vermittlung der erforderlichen Grundlagen der Regionalwissenschaft werden im Modul 6 die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten in der räumlichen Planung vermittelt. Die Studierenden werden in die Lage versetzt, aufbauend auf unterschiedlichen Staatsverständnissen die Theorie räumlicher Steuerung durch staatliche und unterstaatliche Akteure im internationalen Vergleich zu verstehen und so Aufbau- und Ablauforganisation räumlicher Planung in verschiedenen Ländern zu verstehen. Die in diesen Planungen erforderlichen Methoden und Techniken werden mit Schwerpunkt auf Prognosen und Entscheidungen unter Mehrfachzielen erlernt. Die Instrumente räumlicher Planung, ihre Funktionen und ihre Wirkungsweise werden in ihrer jeweiligen Funktion und Anwendungsweise in verschiedenen staatlichen Kontexten erläutert. Als Referenzen lernen die Studierenden die räumlichen Planungssysteme in Mitteleuropa vertieft kennen. Der Analyse von regionalen Defiziten im Planungsprozess und der Entwicklung von regional angepassten Instrumentenbündeln wird besondere Bedeutung zugemessen. Die Studierenden sind in der Lage, die Methoden und Techniken der Raumplanung unter unterschiedlichen sozialen und kulturellen Voraussetzungen – besonders der Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländer - einzusetzen und Aufgaben mit kreativer Problemlösungskompetenz zu bearbeiten.

Inhalt des Moduls:

In der Vorlesung „Planungstheorie und internationale Planungssysteme“ werden unterschiedliche Staatsverständnisse, die daraus resultierenden Staatsaufgaben und Steuerungsinstrumente vorgestellt. Daraus ergeben sich fundamental unterschiedliche Planungssysteme, welche erklärt und in ihren Auswirkungen erläutert werden. Sie erklären staatliches Handeln innerhalb und außerhalb des Systems räumlicher Planung und darüber entstehende räumliche Strukturen.
Darauf basiert die Vorlesung „Instrumente räumlicher Planung“, in welcher die sich ergebenden unterschiedlichen Instrumente erläutert werden. Planung beeinflusst künftige Strukturen und Prozesse. In allen Planungen spielen daher – an unterschiedlichen Stellen in den Verfahren – grundlegende Methoden und Techniken eine zentrale Rolle, insbesondere die Prognosen und die Entscheidungstechniken bei Mehrfachzielen und unter den Bedingungen unter Unsicherheit. Diese werden vermittelt, und es wird aufgezeigt, welche Voraussetzungen sie haben und wie sie an unterschiedliche Voraussetzungen adaptiert werden können. Um auch die Aufgabenstellungen und Probleme der täglichen Planungspraxis zu verstehen, werden diese auf kommunaler Ebene („Einführung in die kommunale Planung“) und auf regionaler Ebene (Raumplanung – Grundlagen, Recht und Praxis“), durch erfahrene Praktiker vermittelt.
Planungsaufgaben und Planungsprobleme auf kommunaler Ebene können durch das Modul M13 „Städtebau im regionalwissenschaftlichen Kontext“ vertieft werden.
Im Masterstudiengang werden Inhalte – wie in der Wissenschaftssystematik seit dem 19. Jahrhundert üblich und bewährt – in einer separativen Gliederung und Spezialisierung vermittelt. Da regionalanalytisches und regionalplanerisches Arbeiten die fachübergreifende Synthese dieser Wissenschaften erfordert, erfolgt dies in der Lehrveranstaltung „Analyse regionaler Strukturen und Prozesse, überfachliche Synthesen und konzeptionelle Konsequenzen (einschließlich der Regionalwissenschaftlichen Exkursion)“. Sie knüpft an die Darstellung der Konzepte zur Wissensintegration im Modul M1 an. Vor und während the matisch ausgerichteter Exkursionen werden die Grundlagen gelegt, um in einem konkreten Raum Strukturen und Prozesse zu erkennen und zu analysieren. Darauf aufbauend werden die dazu erforderlichen Themenbereiche zu überfachlichen Synthesen zusammengeführt. Die zur Lösung von Planungsaufgaben erforderliche kreative planerische Problemlösungskompetenz wird anhand einer konkreten Planungsaufgabe geschult. Daraus ergeben sich konzeptionelle Konsequenzen für den regionalwissenschaftlichen Ansatz sowie die räumlichen Planungen, die anhand konkreter Beispiele diskutiert werden. Schwerpunkte bilden darüber hinaus Diskussionen über den Einflussfaktor „Interkulturalität“, über Konvergenzen und Unterschiede zu vergleichbaren Orten in den Herkunftsländern der Studierenden sowie über Möglichkeiten und Grenzen von Transfer und Adaptation planerischer Prozesse und Lösungsansätze.
Die Veranstaltung „Analyse regionaler Strukturen und Prozesse, überfachliche Synthesen und
konzeptionelle Konsequenzen“ besteht aus drei Teilen, an denen die Teilnahme verbindlich ist:

1. Ein Vorbereitungsseminar vor der Exkursion, in welchem die theoretischen und allgemeinen Grundlagen vermittelt werden und die technischen Fragen der Exkursion besprochen werden

2. Die Regionalwissenschaftliche Exkursion mit ca. 5 Tagen Dauer

3. Ein Nachbereitungsseminar nach der Exkursion, in welchem, anknüpfend an die Inhalte des Vorbereitungsseminars, die Schritte der räumlich-fachlichen Synthesen rekapituliert und die Methoden diskutiert werden. Die Lösungsansätze der Studierenden zur gestellten Planungsaufgabe werden vorgestellt und einer Kritik unterzogen.

Studien- und Prüfungsleistungen für das Modul:
Qualifizierte schriftliche und mündliche Leistungen in den Lehrveranstaltungen des Moduls, welche in den Lehrveranstaltungen konkretisiert werden, sind Voraussetzung für die Zulassung zur Modulprüfung. Dazu gehören insbesondere die Mitarbeit am Exkursionsbericht und die schriftliche Lösung einer Übungsaufgabe zur kreativen raumplanerischen Problemlösungskompetenz.