Institute of Regional Science

Regionalwissenschaft studieren

Was ist und mit welchem Ziel studiert man Regionalwissenschaft?


von Prof. Dr. J. Vogt,
Leiter des Masterstudienganges Regionalwissenschaft/Raumplanung am KIT


Die Bezeichnung des Wissenschaftsgebietes Regionalwissenschaft ist nicht eindeutig. Es bedarf daher einer einführenden Klärung, was jeweils darunter verstanden wird. Dies ist umso wichtiger, als Regionalwissenschaft auch einen (Master-}Studiengang be­zeichnet. Daraus ergibt sich Notwendigkeit zu erläutern, was die Verantwortlichen un­ter dem Begriff verstehen und wie sie ihn in Relation zu anderen Begriffsverwendun­gen einordnen, auch wenn dies im vorliegenden Rahmen knapp ausfallen muss.


Räumliche Wachstumsprozesse


Im Deutschen ist der Begriff der Regionalwissenschaft eine Übersetzung des engli­schen Begriffs „regional science", der von Walter lsard (1919-2010) geprägt worden ist. lsard war Ökonom, der in Weiterentwicklung regional- und nationalökonomischer Ansätze vor allem die räumliche Dimension wirtschaftlicher Aktivitäten in den Mittel­punkt stellte und maßgeblich die Gründung der „Regional Science Association" 1954 betrieben hat. Von seinem - heute nicht mehr bestehenden - Lehrstuhl an der Univer­sity of Pennsylvania aus hat er diesem jungen Fach wesentliche Impulse verliehen, die in fast allen Ländern der Welt aufgenommen wurden. Dazu trug bei, dass einerseits ungleiche Wachstumsprozesse im Raum erklärungsbedürftig waren. Andererseits wur­de nach dem zweiten Weltkrieg der Gedanke zunehmend akzeptiert, dass es auch in einem marktwirtschaftlichen System einer regulierenden staatlichen Planung bedarf, um regionale Disparitäten auszugleichen, unerwünschte räumliche Entwicklungen aufzuhalten und erwünschte räumliche Prozesse zu initiieren oder zu befördern. Die Analyse regionaler Prozesse und ihre Anwendung in planerischen Regulationen waren also Triebkräfte der Regionalwissenschaft.


Wissenschaftsgeschichte


Wesentliche Grundlagen hatten regionalökonomische und geographische Ansätze ge­liefert, die in Deutschland entwickelt wurden, wobei insbesondere von Thünen, Christalter und Lösch zu nennen sind. /sard bezieht sich besonders auf den deutschen Ökonomen August Lösch, dessen erstmals 1940 erschienenes Werk „Die räumliche Ordnung der Wirtschaft" in Deutschland zu seiner Zeit nur eine geringe Beachtung gefunden hatte. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und damit nach dem Tode des damals erst 39-jährigen Lösch wurde die wegweisende Bedeutung dieses Werkes erkannt. Entsprechend lässt lsard die Regionalwissenschaft in den späten 40er Jahren entstehen (lsard 1975:6). Am Ende seines umfangreichen Lebenswerkes hat Walter lsard die Geschichte der Regionalwissenschaft in dieser Zeit umfassend doku­mentiert und wissenschaftsgeschichtlich eingeordnet (lsard 2003).
In Deutschland, dessen Wissenschaftler /sard zu den Grundlagen inspiriert hatten, do­minierten andere Begriffe, einerseits die Regionalökonomie als disziplinär den Wirt­schaftswissenschaften zuzuordnender Begriff, andererseits Regionalforschung ohne eine disziplinäre Zuordnung und somit eine Sammelbezeichnung für Ansätze, die aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen - Ökonomie, Geographie und andere - kamen. Die disziplinäre Erweiterung der Regionalwissenschaft von der Ökonomie zu den Sozi­alwissenschaften erfolgte bereits von Beginn des Faches an. So hieß die deutschspra­chige Sektion der internationalen Regional Science Association auch „Gesellschaft für Regionalforschung". Dies trug der zunehmenden Bedeutung der Raumwissen­schaften und der Entstehung institutionalisierter Planungen auf regionaler Ebene Rechnung. Dem folgte die Gründung des ersten deutschen Instituts für Regionalwis­senschaft, das als interdisziplinäres Institut mit einer fakultätsübergreifenden Struktur 1970 an der Universität Karlsruhe geschaffen wurde. Es befasst sich seitdem mit Theo­rie und Praxis der Regionalwissenschaft, wobei in der Praxis die Anwendung für räum­liche Planung verstanden wird.


Regional science oder area studies?


Während die regional science oder Regionalwissenschaft keinen expliziten regiona­len Fokus hat, ist dies bei den sogenannten area studies der Fall. Es sind Fachrichtun­gen und Studiengänge, die sich mit einem breiten fachlichen Ansatz von der Sprach­und Kultur- bis zu den Wirtschaftswissenschaften mit einer bestimmten Region be­schäftigen. Dass area studies im Deutschen zuweilen mit Regionalwissenschaften übersetzt wird, zur begrifflichen Verwirrung beiträgt, ist bedauerlich, denn dadurch erhalten Singular und Plural desselben Begriffs völlig unterschiedliche Bedeutungszu­sammenhänge. Daher ist eine Klärung wie die vorliegende zwingend erforderlich.
In Karlsruhe wird der Begriff ohne einen speziellen regionalen Fokus, also im ur­sprünglichen Sinne von Lösch, /sard und ihren Nachfolgern, verwendet. Die Regional­wissenschaft untersucht mit sozialwissenschaftlichen, ökonomischen und naturwissen­schaftlichen Methoden regionale Strukturen, Prozesse und Konflikte (Regionalanalyse), um Regelhaftigkeiten zu ermitteln, damit künftige Entwicklungen abzuschätzen (Regionalprognostik) und die ablaufenden Prozesse mit den Instrumen­ten der Regionalpolitik und Raumplanung zu beeinflussen. Das Entwickeln von Analy­se und Planungsmethoden und ihre Anwendung in unterschiedlichen Regionen der Erde ist also das Ziel.
Der zunehmenden Fragmentierung räumlicher Prozesse gegen Ende des 20. Jahrhun­derts folgten spezialisiertere Analyse- und Planungsansätze, insbesondere zwischen den Hochtechnologieländern des Nordens und den Niedrigtechnologieländern des Sü­dens, die immer noch - mangels einer guten Alternative - mit den irreführenden Be­griffen der Industrie- und Entwicklungsländer bezeichnet werden. Myrdal hatte schon 1957 die theoretischen Überlegungen spezieller Prozesse in den „unterentwickelten" Ländern, denen auch spezielle Maßnahmen folgen müssen, zusammengefasst.


Spezialisierung auf Entwicklungs- und Schwellenländer sowie Länder des ehemaligen Ostblocks


Der Studiengang „Regionalwissenschaft/Raumplanung" an der Universität Karlsruhe spezialisierte sich in den neunziger Jahren aufgrund der großen Nachfrage zuneh­mend auf die besonderen Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer sowie die Länder des ehemaligen Ostblocks, in denen vielfältige und häufig sehr konfliktreiche Transformationsprozesse ablaufen. Mit umfangreicher Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wird hier der international ausgerichtete Masterstudi­engang „Regionalwissenschaft/Raumplanung" betrieben, der sich der Analyse der Strukturen, Prozesse und Konflikte in diesen Ländern zuwendet und darauf aufbau­end planerische Konzeptionen entwickelt. Die zunehmend divergierenden regionalen Prozesse und die politischen Ziele einer Verwaltungsdezentralisierung schaffen welt­weit einen hohen Bedarf an den dafür ausgebildeten Regionalwissenschaftlern. Die Bezeichnung des Studienganges „Regionalwissenschaft/Raumplanung" soll unterstrei­chen, dass eine fundierte regionalwissenschaftliche Analyse die notwendige Voraus­setzung jeder erfolgreichen Planung ist.


Verbindung von Forschung und Lehre


Der langen auf Wilhelm von Humboldt zurückreichenden Tradition der deutschen Universitäten, Forschung und Lehre so zu verbinden, dass die beste Lehre durch ge­meinsame Forschung erfolgt, ist das Konzept des Masterstudienganges verpflichtet. Es basiert auf dem Ansatz der transdisziplinären Wissensintegration mit der erforderli­chen Methodenpluralität, um die aktuellen Probleme der Regionen in einem fach­übergreifenden Ansatz zu untersuchen und angemessene Lösungen zu entwickeln. Die zahlreichen in allen Ländern der Welt in Forschung und Planungspraxis erfolgreich tä­tigen Regionalwissenschaftlerinnen und Regionalwissenschaftler belegen die Tragfä­higkeit dieses Konzeptes. Es wird in seinem Aufbau, dem Curriculum des Masterstudi­enganges, nachfolgend kurz umrissen.


Eigenständige Analyse und angemessene Lösungen


Planungen und Maßnahmen erweisen sich sehr oft, auch wenn sie sehr gründlich ge­plant wurden, als fehlerhaft und haben bei Betroffenen wenig Akzeptanz. Die meis­ten dieser so genannten Fehlplanungen beruhen darauf, dass sie sektoral optimiert wurden und die sekundären Wirkungen oder Folgewirkungen einer Maßnahme nicht berücksichtigt werden. Eine Hauptaufgabe der regionalwissenschaftlichen Analyse stellt daher die Herstellung der erforderlichen Kontexte zum Problem oder zum Planungsprojekt dar, die Kontextualisierung. Um diesen analytischen Vorgang zu syste­matisieren, differenzieren wir in die fachlichen, die räumlichen und die zeitlichen Kon­texte. Die wichtigsten fachlichen Kontexte einer technischen Maßnahme sind bei­spielsweise die sozialen, ökonomischen und ökologischen Nebenwirkungen. Zu ihrer Analyse sind Elemente der soziologischen, der ökonomischen und der ökologischen Regionalanalyse erforderlich, daher müssen die entsprechenden fachwissenschaftli­chen Grundlagen vermittelt werden. Dies geschieht im Modul Grundlagen (Modul M4). Die erhobenen Daten müssen statistisch (Modul M3/CM3) sowie räumlich mit Ge­ographischen Informationssystemen (Modul M2/CM2) verarbeitet werden. Erst auf der gründlichen Analyse aufbauend können Methoden, Techniken und Einrichtungen der Planung sinnvoll eingesetzt werden. Sie werden in den Modulen M6/CM6 und M7/CM7 vermittelt.


Die für Wissenschaft und Planung gleichermaßen erforderlichen wahrnehmungs- und kommunikationswissenschaftlichen Grundlagen sowie der Rahmen zum Verständnis des Faches und seiner Methoden werden in einem einführenden Modul (Modul M1/CM1) gelehrt.


Der Projektbezug des Studiums wird dadurch hergestellt, dass alle Teilnehmer des Masterstudienganges während des ersten Studienjahres ein Studienprojekt und wäh­rend des zweiten Studienjahres ein Masterprojekt selbstständig wissenschaftlich bear­beiten. Die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten dazu werden in den Modulen M8/CM8 und M9/CM9 vermittelt. Spezielle Module zu den Problemen der Niedrigtech­nologieländer oder Transformationsproblemen sowie individuelle Vertiefungen in Wahlpflichtmodulen runden das Curriculum ab. Die Studierenden sollen dadurch in die Lage versetzt werden, regionalwissenschaftliche Probleme in der Welt eigenstän­dig analysieren und angemessene Lösungen entwickeln zu können.

Feldforschung in VenezuelaDimana Shishkova

Räumliche Wachstumsprozesse

Im Deutschen ist der Begriff der Regionalwissenschaft eine Übersetzung des engli­schen Begriffs „regional science", der von Walter lsard (1919-2010) geprägt worden ist. lsard war Ökonom, der in Weiterentwicklung regional- und nationalökonomischer Ansätze vor allem die räumliche Dimension wirtschaftlicher Aktivitäten in den Mittel­punkt stellte und maßgeblich die Gründung der „Regional Science Association" 1954 betrieben hat. Von seinem - heute nicht mehr bestehenden - Lehrstuhl an der Univer­sity of Pennsylvania aus hat er diesem jungen Fach wesentliche Impulse verliehen, die in fast allen Ländern der Welt aufgenommen wurden. Dazu trug bei, dass einerseits ungleiche Wachstumsprozesse im Raum erklärungsbedürftig waren. Andererseits wur­de nach dem zweiten Weltkrieg der Gedanke zunehmend akzeptiert, dass es auch in einem marktwirtschaftlichen System einer regulierenden staatlichen Planung bedarf, um regionale Disparitäten auszugleichen, unerwünschte räumliche Entwicklungen aufzuhalten und erwünschte räumliche Prozesse zu initiieren oder zu befördern. Die Analyse regionaler Prozesse und ihre Anwendung in planerischen Regulationen waren also Triebkräfte der Regionalwissenschaft.


Wissenschaftsgeschichte

Wesentliche Grundlagen hatten regionalökonomische und geographische Ansätze ge­liefert, die in Deutschland entwickelt wurden, wobei insbesondere von Thünen, Christalter und Lösch zu nennen sind. /sard bezieht sich besonders auf den deutschen Ökonomen August Lösch, dessen erstmals 1940 erschienenes Werk „Die räumliche Ordnung der Wirtschaft" in Deutschland zu seiner Zeit nur eine geringe Beachtung gefunden hatte. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und damit nach dem Tode des damals erst 39-jährigen Lösch wurde die wegweisende Bedeutung dieses Werkes erkannt. Entsprechend lässt lsard die Regionalwissenschaft in den späten 40er Jahren entstehen (lsard 1975:6). Am Ende seines umfangreichen Lebenswerkes hat Walter lsard die Geschichte der Regionalwissenschaft in dieser Zeit umfassend doku­mentiert und wissenschaftsgeschichtlich eingeordnet (lsard 2003).


In Deutschland, dessen Wissenschaftler /sard zu den Grundlagen inspiriert hatten, do­minierten andere Begriffe, einerseits die Regionalökonomie als disziplinär den Wirt­schaftswissenschaften zuzuordnender Begriff, andererseits Regionalforschung ohne eine disziplinäre Zuordnung und somit eine Sammelbezeichnung für Ansätze, die aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen - Ökonomie, Geographie und andere - kamen. Die disziplinäre Erweiterung der Regionalwissenschaft von der Ökonomie zu den Sozi­alwissenschaften erfolgte bereits von Beginn des Faches an. So hieß die deutschspra­chige Sektion der internationalen Regional Science Association auch „Gesellschaft für Regionalforschung". Dies trug der zunehmenden Bedeutung der Raumwissen­schaften und der Entstehung institutionalisierter Planungen auf regionaler Ebene Rechnung. Dem folgte die Gründung des ersten deutschen Instituts für Regionalwis­senschaft, das als interdisziplinäres Institut mit einer fakultätsübergreifenden Struktur 1970 an der Universität Karlsruhe geschaffen wurde. Es befasst sich seitdem mit Theo­rie und Praxis der Regionalwissenschaft, wobei in der Praxis die Anwendung für räum­liche Planung verstanden wird.


Regional science oder area studies?

Während die regional science oder Regionalwissenschaft keinen expliziten regiona­len Fokus hat, ist dies bei den sogenannten area studies der Fall. Es sind Fachrichtun­gen und Studiengänge, die sich mit einem breiten fachlichen Ansatz von der Sprach­und Kultur- bis zu den Wirtschaftswissenschaften mit einer bestimmten Region be­schäftigen. Dass area studies im Deutschen zuweilen mit Regionalwissenschaften übersetzt wird, zur begrifflichen Verwirrung beiträgt, ist bedauerlich, denn dadurch erhalten Singular und Plural desselben Begriffs völlig unterschiedliche Bedeutungszu­sammenhänge. Daher ist eine Klärung wie die vorliegende zwingend erforderlich.


In Karlsruhe wird der Begriff ohne einen speziellen regionalen Fokus, also im ur­sprünglichen Sinne von Lösch, /sard und ihren Nachfolgern, verwendet. Die Regional­wissenschaft untersucht mit sozialwissenschaftlichen, ökonomischen und naturwissen­schaftlichen Methoden regionale Strukturen, Prozesse und Konflikte (Regionalanalyse), um Regelhaftigkeiten zu ermitteln, damit künftige Entwicklungen abzuschätzen (Regionalprognostik) und die ablaufenden Prozesse mit den Instrumen­ten der Regionalpolitik und Raumplanung zu beeinflussen. Das Entwickeln von Analy­se und Planungsmethoden und ihre Anwendung in unterschiedlichen Regionen der Erde ist also das Ziel.


Der zunehmenden Fragmentierung räumlicher Prozesse gegen Ende des 20. Jahrhun­derts folgten spezialisiertere Analyse- und Planungsansätze, insbesondere zwischen den Hochtechnologieländern des Nordens und den Niedrigtechnologieländern des Sü­dens, die immer noch - mangels einer guten Alternative - mit den irreführenden Be­griffen der Industrie- und Entwicklungsländer bezeichnet werden. Myrdal hatte schon 1957 die theoretischen Überlegungen spezieller Prozesse in den „unterentwickelten" Ländern, denen auch spezielle Maßnahmen folgen müssen, zusammengefasst.


Spezialisierung auf Entwicklungs- und Schwellenländer sowie Länder des ehemaligen Ostblocks

Der Studiengang „Regionalwissenschaft/Raumplanung" an der Universität Karlsruhe spezialisierte sich in den neunziger Jahren aufgrund der großen Nachfrage zuneh­mend auf die besonderen Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer sowie die Länder des ehemaligen Ostblocks, in denen vielfältige und häufig sehr konfliktreiche Transformationsprozesse ablaufen. Mit umfangreicher Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wird hier der international ausgerichtete Masterstudi­engang „Regionalwissenschaft/Raumplanung" betrieben, der sich der Analyse der Strukturen, Prozesse und Konflikte in diesen Ländern zuwendet und darauf aufbau­end planerische Konzeptionen entwickelt. Die zunehmend divergierenden regionalen Prozesse und die politischen Ziele einer Verwaltungsdezentralisierung schaffen welt­weit einen hohen Bedarf an den dafür ausgebildeten Regionalwissenschaftlern. Die Bezeichnung des Studienganges „Regionalwissenschaft/Raumplanung" soll unterstrei­chen, dass eine fundierte regionalwissenschaftliche Analyse die notwendige Voraus­setzung jeder erfolgreichen Planung ist.
 

Verbindung von Forschung und Lehre

Der langen auf Wilhelm von Humboldt zurückreichenden Tradition der deutschen Universitäten, Forschung und Lehre so zu verbinden, dass die beste Lehre durch ge­meinsame Forschung erfolgt, ist das Konzept des Masterstudienganges verpflichtet. Es basiert auf dem Ansatz der transdisziplinären Wissensintegration mit der erforderli­chen Methodenpluralität, um die aktuellen Probleme der Regionen in einem fach­übergreifenden Ansatz zu untersuchen und angemessene Lösungen zu entwickeln. Die zahlreichen in allen Ländern der Welt in Forschung und Planungspraxis erfolgreich tä­tigen Regionalwissenschaftlerinnen und Regionalwissenschaftler belegen die Tragfä­higkeit dieses Konzeptes. Es wird in seinem Aufbau, dem Curriculum des Masterstudi­enganges, nachfolgend kurz umrissen.

Verbindung von Forschung und Lehre

Der langen auf Wilhelm von Humboldt zurückreichenden Tradition der deutschen Universitäten, Forschung und Lehre so zu verbinden, dass die beste Lehre durch ge­meinsame Forschung erfolgt, ist das Konzept des Masterstudienganges verpflichtet. Es basiert auf dem Ansatz der transdisziplinären Wissensintegration mit der erforderli­chen Methodenpluralität, um die aktuellen Probleme der Regionen in einem fach­übergreifenden Ansatz zu untersuchen und angemessene Lösungen zu entwickeln. Die zahlreichen in allen Ländern der Welt in Forschung und Planungspraxis erfolgreich tä­tigen Regionalwissenschaftlerinnen und Regionalwissenschaftler belegen die Tragfä­higkeit dieses Konzeptes. Es wird in seinem Aufbau, dem Curriculum des Masterstudi­enganges, nachfolgend kurz umrissen.


Eigenständige Analyse und angemessene Lösungen

Planungen und Maßnahmen erweisen sich sehr oft, auch wenn sie sehr gründlich ge­plant wurden, als fehlerhaft und haben bei Betroffenen wenig Akzeptanz. Die meis­ten dieser so genannten Fehlplanungen beruhen darauf, dass sie sektoral optimiert wurden und die sekundären Wirkungen oder Folgewirkungen einer Maßnahme nicht berücksichtigt werden. Eine Hauptaufgabe der regionalwissenschaftlichen Analyse stellt daher die Herstellung der erforderlichen Kontexte zum Problem oder zum Planungsprojekt dar, die Kontextualisierung. Um diesen analytischen Vorgang zu syste­matisieren, differenzieren wir in die fachlichen, die räumlichen und die zeitlichen Kon­texte. Die wichtigsten fachlichen Kontexte einer technischen Maßnahme sind bei­spielsweise die sozialen, ökonomischen und ökologischen Nebenwirkungen. Zu ihrer Analyse sind Elemente der soziologischen, der ökonomischen und der ökologischen Regionalanalyse erforderlich, daher müssen die entsprechenden fachwissenschaftli­chen Grundlagen vermittelt werden. Dies geschieht im Modul Grundlagen (Modul M4). Die erhobenen Daten müssen statistisch (Modul M3/CM3) sowie räumlich mit Ge­ographischen Informationssystemen (Modul M2/CM2) verarbeitet werden. Erst auf der gründlichen Analyse aufbauend können Methoden, Techniken und Einrichtungen der Planung sinnvoll eingesetzt werden. Sie werden in den Modulen M6/CM6 und M7/CM7 vermittelt.

Die für Wissenschaft und Planung gleichermaßen erforderlichen wahrnehmungs- und kommunikationswissenschaftlichen Grundlagen sowie der Rahmen zum Verständnis des Faches und seiner Methoden werden in einem einführenden Modul (Modul M1/CM1) gelehrt.

Der Projektbezug des Studiums wird dadurch hergestellt, dass alle Teilnehmer des Masterstudienganges während des ersten Studienjahres ein Studienprojekt und wäh­rend des zweiten Studienjahres ein Masterprojekt selbstständig wissenschaftlich bear­beiten. Die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten dazu werden in den Modulen M8/CM8 und M9/CM9 vermittelt. Spezielle Module zu den Problemen der Niedrigtech­nologieländer oder Transformationsproblemen sowie individuelle Vertiefungen in Wahlpflichtmodulen runden das Curriculum ab. Die Studierenden sollen dadurch in die Lage versetzt werden, regionalwissenschaftliche Probleme in der Welt eigenstän­dig analysieren und angemessene Lösungen entwickeln zu können.

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Literatur


Christaller, W. (1933): Die zentralen Orte in Süddeutschland. Eine ökonomisch-geographische Unter­uchung über die Gesetzmäßigkeit der Verbreitung und Entwicklung der Siedlun­gen mit städtischer Funktion. Jena


lsard, W. (1975): lntroduction to Regional Science. Englewood Cliffs


lsard, W. (2003): History of Regional Science and the Regional Science Association International. Berlin, Heidelberg


Lösch, A. (1940): Die räumliche Ordnung der Wirtschaft. Eine Untersuchung über Standort, Wirt­schaftsgebiete und internationalen Handel. Jena


Myrdal, G. (1957): Economic Theory and Underdeveloped Regions. London


Thünen, J.H. v. (1826): Der lsolirte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie, oder Untersuchungen über den Einfluß, den die Getreidepreise, der Reichthum des Bodens und die Abgaben auf den Ackerbau ausüben. Hamburg 1826

 

Das Institut für Regionalwissenschaft (IfR) bietet interessierten Studierenden ein Masterprogramm in drei verschiedenen Varianten an. Gemeinsam ist allen Programmen, dass sie viersemestrig sind und den regionalen und thematischen Fokus auf die besonderen Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer legen.

Planungsstudiengänge verstehen sich als Teil der Ingenieurwissenschaften, welche Methoden zur Lösung konkreter Aufgaben entwickeln und anwenden. Deshalb sind sie den entsprechenden Ingenieur-Fakultäten zugeordnet und finden sich vor allem in technischen Universitäten. Dort besetzen sie die Schnittstellen zu den stärker naturwissenschaftlich fundierten und ingenieurwissenschaftlich ausgerichteten Fachplanungen, etwa den Infrastrukturplanungen. Als überfachliche koordinierende Planung hat die Raumplanung zusätzlich auch eine deutliche sozialwissenschaftliche Ausrichtung. Sie stellt damit eine für die Gesellschaft wichtige Brücke zwischen Sozial-, Natur- und Ingenieurwissenschaften dar.

Studierende sitzen auf Felsen an der chilenischen Pazifikküste.
Masterprogramm Regionalwissenschaft
Eine Straße, die sich am Südlichen Wendekreis durch die karge Atacama Wüste zieht.
Deutsch-argentinisches Masterprogramm
Exkursion auf den schneebedeckten Gipfeln der Anden.
Deutsch-chilenisches Masterprogramm
Zielgruppe

Zielgruppe

Internationale Bewerber mit ausgeprägtem Interesse an Entwicklungsländerforschung und einem Diplom- oder Bachelorabschluss in einer raum- oder planungsrelevanten Fachrichtung wie z.B. Raum- und Umweltplanung, Stadtplanung, Städtebau (als Vertieferrichtung von Architektur oder Bauingenieurwissenschaft), Geographie, Ökologie, Soziologie oder Volkswirtschaftslehre. Möglich sind aber auch andere zielführende Studiengänge, sprechen Sie uns gerne an!

 

Raum- oder planungsrelevanten Fachrichtungen sind z. B.:

  • Raum- oder Stadtplanung
  • Städtebau
  • Umwelt­planung, Umwelt­schutz
  • Geo­graphie
  • Öko­logie
  • Sozio­logie
  • Volks­wirtschafts­lehre
  • Agrar- und Forst­wirtschaft

Auch andere ziel­führende Studien­gänge sind möglich.
Sprechen Sie uns gerne an!

Ein ausge­prägtes Interesse an Ent­wicklungs­länder­forschung, Ent­wicklungs­zusammen­arbeit, Umwelt­schutz und Umwelt­planung oder Katastrophen­prä­vention sowie prak­tische Erfahrungen in den o. g. Tätig­keits­feldern sind will­kommen. Wir pflegen eine wissen­schaft­liche und kritische Denk­weise, Welt­offen­heit und Eigen­initiative.

Warteschlange aus vielen Frauen und Kindern vor einem von der Entwicklungshilfe gesposorten Wasserkontainer.Raju Sarkar

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Das Studium beginnt jährlich mit dem Wintersemester (1.10.). Bewerbungen erfolgen online über das KIT-Bewerberportal.

Bewerbungsschluss ist jährlich der 30. September!
Aus organisatorischen Gründen (Visa-Beantragung, Wohnungssuche,...) empfehlen wir dringend eine Bewerbung bis zum 15. Juli. Bei einer Bewerbung bis zum 15. Juli kann eine zeitnahe Studienplatz-Zusage erfolgen.

 

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Marion Hitzeroth

Koordination Masterprogramm Regionalwissenschaft/Raumplanung am KIT

 

 

Raum: 307

Tel.: +49 721 608 46317

Fax: +49 721 608 42888

E-Mail: marion hitzeroth∂kit edu

 

Gundula Marks

Dipl.-Übersetzerin

 

 

 

 

Raum: 308

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Andreas Ch. Braun

Jun.-Prof. Dr. rer. nat.

 

 

Raum: 311

Tel.: +49 721 608 43862

Fax: +49 721 608 42888

E-Mail: andreas ch braun∂kit edu

Portraitfoto der Mitarbeiterin Jennifer Mesters

Jennifer Mesters

Koordination Doppelmasterprogramme

 

 

 

Raum 405

Tel. +49 721 608 46315

E-Mail: jennifer mesters∂kit edu

Studierendenvertretende

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Studierendenvertreterin

 

Email: claudia tassUxv8∂posteo de

María Cardenas

Studierendenvertreterin

 

E-Mail: mariacardenasalexandresXnd1∂gmail com

Textüberschrift

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Das Studium ist für EU-Bürger gebührenbefreit, Nicht-EU-Bürger haben Studiengebühren zu zahlen. Informationen  finden Sie auf der Homepage des International Students Office. 

 

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Znertral in der Innenstadt Karlsruhes liegt der KIT Campus Süd und macht es den Studierenden damit einfach, die Vorzüge der Innenstadt Karlsruhes zu genießen. Auch das Schloss samt Schlossgarten sind nicht weit und laden ein zum entspannten Beisammensein zweischen den Vorlesungen.

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