Rückblick Park(ing) Day mit ra:ve
Am 18.09.2026 fand der internationale Park(ing) Day statt, an welchem für einige Stunden Parkraum in Lebensraum umgewandelt wird. Das ra:ve-Team gestaltete zu diesem Anlass die Parkplätze vor dem Projektraum in der Wilhelmstraße 16 in ein temporäres Open-Air-Wohnzimmer um.
Park(ing) Day in Karlsruhe
Schon seit vielen Jahren finden in der Karlsruher Südstadt immer wieder Aktionen zum Park(ing) Day am dritten Freitag im September statt. Private Autos stehen im Schnitt rund 23 Stunden am Tag ungenutzt herum. Der Park(ing) Day fragt deshalb jedes Jahr: Was könnte auf diesen Flächen stattdessen passieren? und macht alternative Nutzungen des öffentlichen Raums direkt erlebbar.
So werden öffentliche Parkplätze an diesem Tag zu belebten Orten der Begegnung, Freizeit und Erholung: Mit Innenraum-typischem Mobiliar wie Stehlampe, Teppich und Couch wird ein Wohnzimmer gestaltet oder mit Pflanzen begrünt und der anderen Wortbedeutung der Parkfläche Aufmerksamkeit geschenkt.
Dieses Jahr ist auch das Team von ra:ve - Raum für Veränderung bei dieser Aktion dabei gewesen!
Wie wohnt es sich in der Südstadt?
Getrieben von dieser und weiteren Fragen zu Wohnen, Nachbarschaft und dem gemeinsamen Leben in der Südstadt haben wir mit den Südstädter:innen Gedanken ausgetauscht und Erfahrungen geteilt. Unsere Forschung ist neugierig:
Mithilfe einer Karte der Südstadt sammelten wir Informationen zu den Eigentumsverhältnissen vor Ort. Diese sind nämlich nicht öffentlich einsehbar und so bleibt unklar, wem die Gebäude im Viertel gehören und wie viel Wohnraum schon im Besitz von großen Immobilienkonzernen ist. An diesem Datensatz für die Südstadt arbeiten wir schon seit einigen Jahren.
Ein weiteres Angebot lud dazu ein, die Nachbarschaft auf einer Kartengrundlage einzuzeichnen und ihre Ausprägung räumlich zu verorten. Dabei ging es um die Frage, wie Bewohner:innen ihre Nachbarschaft abgrenzen, welche Orte sie ihr zuordnen und wo Nachbarschaft im Alltag eigentlich stattfindet. So wurden unterschiedliche Vorstellungen von Nachbarschaft sichtbar.
Mit Fragekärtchen kamen wir außerdem darüber ins Gespräch, was Nachbarschaft eigentlich ausmacht. Fragen wie „Wie viele Nachbar:innen kennst du?“ und „Was teilst du mit deinen Nachbar:innen?“ gaben Einblicke in unterschiedliche Erfahrungen und Praktiken des nachbarschaftlichen Zusammenlebens.
Um unseren Projektraum barriereärmer zu gestalten, haben wir gemeinsam mit den Besucher:innen eine Rampe aus Klemmbausteinen gebaut. Das ist eine kostengünstige und bunte Möglichkeit Räume, die lediglich über Treppen zu erreichen sind, zugänglicher zu machen. Viele haben sich beteiligt und Bausteine ergänzt, sodass die Rampe Stück für Stück zusammen mit Menschen aus der Südstadt entstanden ist.
Gegen Abend haben wir gemütlich in unserem Open-Air- Wohnzimmer unser gemeinsames Abendessen genossen. Im Anschluss waren wir noch in der Südstadt bei anderen Park(ing)-Day-Initiativen unterwegs.
Am Event beteiligen sich zahlreiche Anwohner:innen, aber auch Vereine und Initiativen, die alternative Nutzungsszenarien der sonst von Autos eingenommenen Flächen erproben. Für uns war es selbstverständlich, am Park(ing) Day dabei zu sein – denn wir haben Raum für Veränderung!
Vielen Dank an alle, die vorbeigeschaut haben und an diejenigen, die dieses Event ermöglicht haben!
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