Forschungsprojekt: Wem gehört Connewitz?

An wen genau zahle ich eigentlich meine Miete? Und wem gehört die Wohnung, in der ich lebe? Diese Fragen sind in Deutschland gar nicht so leicht zu beantworten, obwohl sie offensichtlich eine große Rolle für das Grundbedürfnis Wohnen spielen. Und immer öfter umfasst die Antwort börsennotierte Unternehmen wie Vonovia, oder andere Akteure auf den Kapital- und Finanzmärkten, denen es vor allem um Gewinnoptimierung geht. Das macht sich auch in Leipzig und dem Stadtteil Connewitz bemerkbar: die Mieten steigen, die soziale Zusammensetzung im Viertel verändert sich, an vielen Ecken entstehen luxuriöse Neubauten.

An dieser Ausgangssituation setzt das Forschungsprojekt „Wem gehört Connewitz?“ an. Es möchte mehr Transparenz in die Eigentumsstrukturen im Stadtteil bringen und herausfinden, wie verschiedene Arten von Vermieter*innen mit ihren Mieter*innen umgehen. Außerdem fragt es, wie die Wohnbedingungen für Anwohner*innen verbessert und sie miteinander vernetzt werden können.

Diesen Herausforderungen wird mit einer Vielzahl von Methoden begegnet: eine ausführliche Kartierung ausgewählter Objekte in Connewitz, über 70 Interviews mit Nachbar*innen sowie Workshops zum kollektiven Kartieren sind bereits durchgeführt worden. Davon sollen im weiteren Verlauf des Jahres 2022 noch mehr folgen, ebenso führen wir Interviews mit Vertreter*innen der Immobilienwirtschaft, eine quantitative Befragung von Mieter*innen und eine Auswertung statistischer Daten durch.

Das Team besteht aktuell aus Prof. Dr. Michael Janoschka (Karlsruher Institut für Technologie), Dr. Alejandro Armas-Díaz (Universität Leipzig) und Dennis Hof (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) mit studentischer Unterstützung durch Lea Schirbel, Marius Strohdiek, Julie Kauke und Sophie Tempelhoff von der Universität Leipzig.

Eine Kontaktaufnahme bei Fragen oder Anmerkungen ist über michael janoschka does-not-exist.kit edu möglich.

Workshops zum kollektiven Kartieren
Workshops zum kollektiven Kartieren