Weidewirtschaft und Konfliktmanagement in Westafrika

  • type: seminar
  • semester: 4
  • lecturer: Dr. Zomahoun
  • sws: 2
  • ects: 3
  • lv-no.: 27009
  • information: Die Veranstaltung findet als Blockseminar vom 25.07. - 28.07. statt.

Inhalte

In den meisten der überwiegend agrarisch geprägten Ländern Westafrikas bildet die Weidewirtschaft eine der Grundlagen der Nutzung der natürlichen Ressourcen. Sie ist seit langem traditioneller Bestandteil des Kulturraumes, wird extensiv betrieben und meist verbunden mit einem ständigen Ortswechsel der Herden. Diese Nutzungsform existiert in Koexistenz mit dem standortgebundenen Ackerbau. Im westafrikanischen Kontext (strategisch-politisch, ökologisch, sozioökonomisch und kulturell) lässt sich diese weidewirtschaftliche Nutzungsform bestätigen. In den vergangenen Jahrzehnten haben die demographische Entwicklung eine erhöhte Rinderbstockung, die Verringerung der Tragfähigkeit, Kalamitäten (Dürren) und die Umwidmung von Flächen für die exportiertorientierte Produktion (z.B. Baumwolle) zu einem immer größer werdenden Druck auf die natürlichen Ressourcen geführt, was zu Konflikten als unvermeidbare Folge führt.

 

Die Weidewirtschaft ist ein wesentliches Element der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette v.a. der Sahel-Länder und ist als solche prioritäres Handlungsfeld des Ressourcenmanagements. Sie wird zunehmend in den Demokratisierungsprozessen, die in den meisten Ländern Westafrikas im Gang sind, besonders thematisiert. Man will die transhumante Weidewirtschaft als neue profitable Einnahmequelle für die Gemeinden ausnutzen (Lokalsteuer, Kompensation, finanzielle Entschädigung, etc.). Diese führt zu unterschiedlichen Reaktionen der verschiedenen Interessensgruppen (Verwaltung, gewählte Instanzen, Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit, etc.).

 

Ausgehend von dieser Feststellung stellt die Regionalplanung aufgrund der Integration ökonomischer, ökologischer, gesellschaftlicher und politischer Belange eine geeignete wissenschaftliche Basis zur Lösung dieser Managementaufgaben dar.

In dieser Veranstaltung werden am Beispiel von verschiedenen Regionen des tropischen Westafrika (u.a. Niger, Burkina Faso und Benin) die Problemlage, wissenschaftliche und planerische Methodik sowie die Umsetzungsmöglichkeiten vermittelt. Möglichkeiten zu Konfliktlösungsmodellen werden angesprochen. Während des Seminars wird zunächst fachlicher Input als Diskussionsbasis gegeben und anschließend in Themen- und Gruppenarbeiten vertieft.

Inhalt

  1. Rahmenbedingungen (Staatliche Institutionen, Externe Geber, Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, nichtstaatliche Akteure, Interessengruppen, Lobbys, etc.)

  2. Wissenschaftliche Grundlagen (Naturräumliche Gegebenheiten, Weidewirtschaft, Ressourcenmanagement, Studien, Fachanalysen, etc.)

  3. Möglichkeiten zur Konfliktlösung mit Fallbeispielen und Simulationen

  4. Fazit und Folgerungen