Institut für Regionalwissenschaft

Ent­wicklungs­länder­forschung

Warteschlange vor einer von der Entwicklungshilfe gesponsorten Wasserstelle.Raju Sarkar

Die Ent­wicklungs­länder­forschung – oder, ohne den Länder­bezug: regionale Ent­wicklungs­forschung - ist in Forschung und Lehre das zentrale Forschungs­feld des Instituts für Regional­wissen­schaft und des Master­studien­ganges Regional­wissen­schaft/­Raum­planung. In einem trans­disziplinären und inter­national mit Forscher­gruppen in den ent­sprechenden Regionen ver­netzten Ansatz werden die speziellen Themen der soge­nannten Unter­entwicklung, die vor allem in den Ländern der Tropen und Subtropen von zentraler Bedeutung sind, problem­bezogen analysiert. Aus der Regional­analyse werden in einem adaptiven An­satz Konzepte zur Lösung räum­licher Ent­wicklungs­probleme und -konflikte erarbeitet. National­staaten als Bezugs­räume verlieren dabei gegen­wärtig an Bedeutung, einer­seits wegen der viel­fältigen Globali­sierungs­prozesse, anderer­seits wegen der zunehmenden regio­nalen Fragmen­tierungen und damit steigenden Disparitäten innerhalb der Länder, in denen unter­ent­wickelte und hoch entwickelte Regio­nen auf häufig diver­gierenden Ent­wicklungs­pfaden neben­einander bestehen.

Regio­nale Entwicklungs­pfade sind dabei nur ver­ständlich, wenn man die natur­räumlichen Voraus­setzungen, die öko­nomischen Bedingungen und die gesell­schaftlichen Ver­hältnisse mit in die Analyse und die Er­arbeitung von Konzepten ein­bezieht. Gleich­zeitig verlieren allgemeine Theorien an Bedeutung, weil Strukturen und Prozesse als Folge der zu­nehmenden Fragmen­tierung räum­lich differenziert erfolgen.

Dem trägt das Forschungs­konzept des Instituts für Regional­wissen­schaft und des Master­studien­ganges Regional­wissen­schaft/­Raum­planung dadurch Rechnung, dass vor der Er­arbeitung von Lösungs­konzepten stets eine fundierte regionale Analyse erfolgt, die den Erforder­nissen der Problem­stellung in Bezug auf Trans­disziplinarität und konkretem Regional­bezug entspricht.

Typische Themen der Entwicklungsforschung sind

  • die Analyse regio­naler Ent­wicklungs­pfade,
  • Raum­nutzungs­konflikte und Ressourcen­konflikte,
  • Ernährungs­unsicher­heiten und ihre Ursachen,
  • Folgen von extremen Natur­ereignissen auf regionale Gesell­schaften, in denen katastrophale Wirkungen ent­stehen,
  • An­fällig­keiten von regionalen Gesell­schaften für Katastrophen (Vulnerabili­täten) und diese beein­flussende Faktoren,
  • Folgen des Klima­wandels für regio­nale Systeme.
  • Wirkungen externer Inter­ventionen, bei­spiels­weise im Rahmen der Ent­wicklungs­zusammen­arbeit,
  • Ent­wicklung adaptiver, an die realen sozio­öko­nomischen Be­dingungen ange­passter Konzepte der Raum­entwicklung

Ähnliche Probleme wie die­jenigen der Unter­entwicklung bestehen in den Räumen der gesell­schaftlichen Trans­formation und ihrer Nach­wirkungen, vor allem nach dem Über­gang von der Zentral­verwaltungs­wirtschaft („Plan­wirtschaft“) in unter­schiedliche markt­wirtschaft­liche Systeme. Daher besteht in der Analyse dieser speziellen Struk­turen und Pro­zesse ein weiterer Schwer­punkt des Master­studien­ganges.

Frauen und Kinder mit Wasserkrügen aufgereiht in einer Warteschlange vor einer von der Entwicklungshilfe gesponsorten Wasserstelle.Raju Sarkar