Institut für Regionalwissenschaft

Südamerika

Arbeiter im venezolanischen Regenwald bearbeiten den Boden.Dimana Shishkova

In vielen Staaten Latein­amerikas wurde schon relativ früh die Forst­industrie als strategischer Wirtschafts­sektor ent­deckt. In Ländern wie Chile, Brasilien und Argentinien wurde der Sektor gezielt ent­wickelt und ge­fördert. Typische Ent­wicklungen dabei sind:

  • Eine Mono­funktionali­tät der Raum­nutzung auf regio­naler Ebene
  • Land­nutzungs­konflikte mit indi­genen und ruralen Liveli­hoods
  • Beein­trächti­gungen von Öko­systemen, z.B. durch Ver­änderungen im Wasser­haus­halt, Bio­diversitäts­verluste und Boden­erosion
  • Ein mangelndes Benefit Sharing der Vor­teile der Forst­industrien
  • Eine Zu­nahme an Natur­gefahren, die im Zusammen­hang mit der Land­nutzung stehen, z.B. Wald­brände und gravita­tive Massen­bewegungen

Die schnell ab­laufende, da staat­lich stark sub­ventionierte und durch Infra­struktur­entwicklung unter­stützte, Ein­richtung von Kurz­umtriebs­plantagen in Mono­kultur gerade in Chile, könnte dabei auch für andere Länder auf­schluss­reich sein. Die steigende Nach­frage nach forst­basierten Roh­stoffen be­günstigt Aus­weitungen der Forst­industrie in vielen Ländern. Einige davon sind in der Ver­gangen­heit dem chileni­schen Modell gefolgt. Darüber hinaus könnten die Be­strebungen, die im Paris Agreement definierte lang­fristige Be­grenzung des Klima­wandels auf eine Er­wärmung unter 2°C, zu einer Aus­weitung der­artiger forst­licher Mono­kulturen führen. Über 40% der Unter­zeichner­staaten sehen Auf­forstungs­maß­nahmen als Teil ihres nationalen Beitrags.

  • Themen des Forschungsschwerpunkts sind insbesondere:
  • Die Umweltveränderungen, die sich aus schnell ablaufenden Ausweitungen der Forstindustrie auf regionaler Ebene ergebene, und wie diese soziale Systeme beeinflussen.
  • Governance-Mechanismen, die eine Multi-Stakeholder Nutzung der Wälder und Plantagenränder ermöglichen, oder verhindern.
  • Naturgefahren, die in Verbindung mit der Forstindustrie stehen und wie diese gemanaged werden können.
  • Regionalökonomische Entwicklungen im Zusammenhand mit der Forstindustrie
     
Exkursion über die schneebedeckten Gipfel der Anden.Elisabeth Platzer