corner auf PREFIGURE Europa-Tour
Zum transnationalen Wissensaustausch geht corner auf Europa-Tour. Jeder der Tourstops in Sofia, Thessaloniki, Barcelona, Amsterdam, Kopenhagen, Karlsruhe und in Tallinn ist einmalig und bereichert das Projekt PREFIGURE um internationale Perspektiven und weiterführende Impulse. Wir sammeln unterwegs Anregungen, Eindrücke und Erkenntnisse und freuen uns auf die vielfältigen Veranstaltungen, Städte und Begegnungen.


Sofia, Bulgarien, 20.-23. April
Der erste Stop der Europa-Tour in der Stadt Sofia in Bulgarien war ein voller Erfolg. Die Veranstaltungen der zwei Tage wurden gemeinsam mit unserem PREFIGURE-Partner CSD (Center for the study of Democracy) durchgeführt. Hervorzuheben ist der Workshop mit Greenpeace.
Auch unsere Videoinstallation WE DON’T HAVE CHERRIES war in Sofia wieder zu sehen und reist mit corner durch Europa.
Thessaloniki, Griechenland, 24.-29. April
Vom 24.- 29. April stand corner vor der Konstantinos Karamanlis Statue an der Uferpromenade in Thessaloniki. Die Promenade wurde eine Woche lang in einen Raum für kollektives Lernen und Reflexion zur Wohn- und Energiekrise in Thessaloniki verwandelt. Außerdem wurde corner auch zu einem offenen Klassenzimmer für Studierende des EPICUR-Kurses “EPIC_LAB”, die Themen wie Wohnungsdiskriminierung, Gentrifizierung, Energiearmut und Klimaanpassung untersucht haben.
Interaktive und interdisziplinäre Formate wie zum Beispiel interaktive Mapping‑Sessions und Fokusgruppen haben die aktuellen Herausforderungen rund um Wohnen und Energie in den Fokus gerückt. Höhepunkt des Events war die öffentliche Diskussion „Housing in Crisis: From ‘There Is No Alternative’ to Housing in Thessaloniki“ mit Wissenschaftler:innen und Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft.
Barcelona, Spanien, 12.-15. Mai
Vom 12.–15. Mai machte corner Halt auf dem Plaça Comercial im Stadtteil El Born in Barcelona. Im Mittelpunkt standen mehrere Gespräche mit Expert*innen sowie Workshops, in denen der im Rahmen der PREFIGURE-Tour präsentierte Prototyp „Wikihousing“ aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert wurde. Dabei ging es insbesondere um rechtliche Herausforderungen im sozialen Wohnungsbau und um neue Ansätze für gerechtere wohnungspolitische Rahmenbedingungen. Neben den öffentlichen Diskussionen und Arbeitsformaten wurde corner erneut zu einem Ort des Austauschs mit Passant*innen. In zahlreichen Gesprächen wurden persönliche Erfahrungen, Sorgen und Perspektiven rund um den gerechten Zugang zu Wohnraum und Energie geteilt und diskutiert. So entstand über mehrere Tage hinweg ein offener Raum für Begegnung, Debatte und gemeinsames Nachdenken über soziale und städtische Zukunftsfragen.
Amsterdam, Niederlande, 1.-5. Juni
Drei Tage lang war corner auf dem Universitätscampus Roeterseiland zu Gast und veranstaltete vier Podiumsdiskussionen, zwei Workshops und eine Filmvorführung. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stand die gerechte Energiewende: Wem wird im Rahmen der Energiewende Gerechtigkeit widerfahren? Wer entscheidet überhaupt darüber, was Energiegerechtigkeit ist? Wessen Stimmen werden ausgeschlossen? Der Amsterdamer corner-Stop präsentierte vier Fallstudien: zwei Beispiele für gerechte, basisdemokratische Energiegemeinschaften und zwei Beispiele für Energieungleichheit und Ausgrenzung. Die zentrale Frage dabei: Was können wir daraus lernen?
Kopenhagen, Dänemark, 11.-13. Juni
Nach der corner-Eröffnung in Kopenhagen, wurden am ersten Tag die Geschichte und die aktuellen Entwicklungen von Energie und Wohnen in Christiania bei einer Paneldiskussion beleuchtet. Am zweiten Tag lag der Fokus auf interaktiven Formaten: In einem Workshop konnten Teilnehmende eigene Energiegeschichten teilen, außerdem gab es einen kreativen Workshop zur nachhaltigen Materialerhaltung und Reparaturpraxis. Am letzten Tag konnten Interessierte an einer geführten Tour durch Christiania und einer Runde zu Energiegemeinschaften und deren Rolle in der grünen Transformation teilnehmen. Insgesamt verband die Veranstaltung Diskussion, Wissensaustausch und praktische Ansätze – von DIY-Heizlösungen bis zu gemeinschaftlichen Energieprojekten – und veranschaulichte, wie lokale Initiativen zu einer sozial gerechteren Energiewende beitragen können.
Karlsruhe, Deutschland, 22.-26. Juni
Vom 22.-26. Juli stand corner am Kronenplatz bereit und lud Besucher und Interessierte dazu ein, in öffentlichen Führungen das PREFIGURE-Forschungsprojekt und die Wissenstransferinfrastruktur besser kennenzulernen. Es gab wieder gemeinsame Reflexionsrunden um miteinander ins Gespräch zu kommen und auf der Bühne TRIANGEL diskutierten Expert:innen im Rahmen einer Podiumsdiskussion darüber, welche Rolle soziale Wohnraumvermittlung und erneuerbare Energien für eine nachhaltige Zukunft spielen. Zudem fand ein Workshop in Kooperation mit der Energie- und Klimaschutzagentur Karlsruhe statt. Dabei ging es um die Frage, wie auch Mieter aktiv zur Energiewende beitragen können. Die Teilnehmenden erhielten ein besseres Verständnis dafür, warum gerade Mietende eine Schlüsselrolle bei der Energiewende spielen und konkrete und sofort umsetzbare Tipps für den Alltag. Es gab Raum für Fragen, persönliche Erfahrungen sowie zahlreiche Anregungen und Praxistricks für nachhaltiges Wohnen.
Odense, Dänemark, 3.-14. August
Vom 4. bis 13. August wurde corner in Odense, Dänemark zu einem offenen Klassenzimmer im Rahmen der Summer School “Cities and Climate Change”, die von der Forschungsgruppe UNESCO Chair on Urban Resilience (SDU.Resilience) an der Syddansk Universitet (SDU) organisiert wurde. Der Aufenthalt, der außerdem ein Teil des EPIC_LAB-Projekts innerhalb der europäischen Hochschulallianz EPICUR ist, brachte Partner des KIT, der SDU und der Aristotle University of Thessaloniki (AUTh) zusammen.
In sechs interdisziplinären Gruppen befassten sich 36 Studierende von Universitäten aus aller Welt mit verschiedenen Städten des Globalen Südens und setzten sich mit Herausforderungen auseinander, die von Überschwemmungen und Wasserwirtschaft bis hin zu Bodensenkungen, Infrastruktur, Ungleichheit und vulnerablen Bevölkerungsgruppen reichten. Die Studierenden arbeiteten gemeinsam daran, die komplexen urbanen Dynamiken ihrer Fallbeispiele zu untersuchen und Poster zu erstellen, um ihre Erkenntnisse und Reflektionen zu teilen. Corner diente als Raum, wo diese Lern- und Reflektionsprozesse stattfinden konnten: Studierende verwandelten die Container in einen Ausstellungsraum, um ihre Arbeit zu präsentieren und in den Austausch mit den anderen Gruppen zu treten. Außerdem wurde corner zum Begegnungsraum zwischen Studierenden und interessierten Passant:innen. Auf einer großen Karte von Odense markierten Mitarbeitenden und Besucher:innen Orte, die sie zum Nachdenken über den Klimawandel in der Stadt anregten und zu interessanten Gesprächen führte. Die Summer School bot eine spannende Möglichkeit, corner als interaktiven Lernraum zu nutzen und das Format in einem internationalen Summer-School-Kontext weiterzuentwickeln.








