Heiß, heißer, Stadt: corner bei DAS FEST
Unter dem Motto „Heiß, heißer, Stadt – Wir messen, was du fühlst“ machte corner aktuelle Forschung zu Stadtklima und Hitze für die Festivalbesucherinnen und -besucher unmittelbar erfahrbar.
Stadthitze sichtbar und erfahrbar machen
Den Ausgangspunkt bildete das Forschungs- und Interventionsprojekt Kronenplatz-Effekt. Es untersucht, wie sich stark aufgeheizte öffentliche Räume durch temporäre Verschattung, Begrünung und weitere kühlende Elemente verändern lassen und wie diese Maßnahmen von den Menschen vor Ort wahrgenommen und genutzt werden.
Eine Ausstellung in den beiden corner-Containern veranschaulichte, wie städtische Hitze entsteht, wie sie gemessen werden kann und welche Rolle Materialien, Stadtplanung, Umweltbedingungen und unser alltägliches Verhalten dabei spielen. Mit einer Wärmebildkamera konnten Besucherinnen und Besucher live beobachten, wie unterschiedlich stark sich verschiedene Materialien und Oberflächen in der Sonne aufheizen. Im Dokumentationscontainer wurde zudem der von Torero produzierte Film Heiß, heißer, Stadt gezeigt. Die interaktive Videoinstallation konfrontierte die Besucherinnen und Besucher mit unterschiedlichen Aussagen zu Hitze in der Stadt und lud sie dazu ein, sich räumlich zu positionieren und den eigenen Standpunkt zu reflektieren.
Über die hitzegerechte Stadt ins Gespräch kommen
Ein begleitendes Vortrags- und Gesprächsprogramm stellte unterschiedliche Forschungsarbeiten zum Stadtklima vor. Die Beiträge reichten von den Ursachen städtischer Hitze und möglichen Anpassungsmaßnahmen bis zu der Frage, weshalb bestimmte gesellschaftliche Gruppen besonders häufig an stark belasteten Orten leben. Gemeinsam mit den Forschenden diskutierten die Besucherinnen und Besucher darüber, wie Städte angesichts zunehmender Hitze künftig lebenswert und gerecht gestaltet werden können.
Klimawissen selbst erproben
Auch zahlreiche Mitmachangebote griffen das Thema anschaulich auf. Festivalgäste gestalteten Klimafächer, auf denen die Entwicklung der durchschnittlichen Temperatur in Baden-Württemberg dargestellt wird. Bei einer weiteren Aktion entstanden Armbänder aus UV-Perlen, die sich bei Sonneneinstrahlung verfärben und dadurch UV-Strahlung sichtbar machen. Sie zeigen unmittelbar, wann eine Pause im Schatten oder zusätzlicher Sonnenschutz sinnvoll ist.
Zutaten für eine gerechte Stadt der Zukunft
An zwei Nachmittagen brachte das am IfR koordinierte europäische Forschungsprojekt PREFIGURE eine zusätzliche Perspektive auf die Zusammenhänge zwischen Klimakrise, Wohnen und sozialer Gerechtigkeit in das Programm ein. PREFIGURE untersucht, wie lokale Initiativen sowie soziale und institutionelle Innovationen dazu beitragen können, Wohnungsungleichheiten und Energiearmut zu überwinden und neue Wege zu bezahlbarem, inklusivem und energieeffizientem Wohnen zu eröffnen. Unter dem Titel „Dein Rezept für eine gerechte Stadt der Zukunft“ kamen Michael Janoschka, Georgia Alexandri, Aysegül Can und Milena Garbers mit den Festivalbesucherinnen und -besuchern ins Gespräch. Auf eigens gestalteten Rezeptkarten konnten diese festhalten, welche Zutaten eine lebenswerte und gerechte Stadt aus ihrer Sicht benötigt. Die vielfältigen Beiträge machten sichtbar, dass eine gerechte Stadt der Zukunft nicht allein technische Lösungen für Klimaanpassung braucht. Ebenso wichtig sind bezahlbares Wohnen, soziale Teilhabe, zugängliche öffentliche Räume und die Möglichkeit, städtische Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Ein interdisziplinärer Ort für Begegnung und Austausch
Der Kronenplatz-Effekt bei corner <Science> to meet you! auf DAS FEST wird gestaltet durch die Professur Design of Structures, das Institut für Regionalwissenschaft, das Süddeutsche Klimabüro am Institut für Meteorologie und Klimaforschung Troposphärenforschung sowie TRIANGEL Transfer | Kultur | Raum der Abteilung Wissenstransfer.





